Mängel am Feuerwehrhaus Bad Iburg

Die Sicherheit der Bürger in Bad Iburg und seinen Ortsteilen ist gewährleistet. Innerhalb von zehn Minuten nach der Alarmierung können die ersten Einsatzkräfte der beiden freiwilligen Feuerwehren im Brandfall am Einsatzort sein.

In dem umfangreichen Papier sparen die Fachleute allerdings auch nicht mit deutlicher Kritik. Vor allem das Feuerwehr-Gerätehaus in Bad Iburg weist demnach deutliche Mängel auf. Zu wenig Platz in der Fahrzeughalle, unzureichende Abstände, eine zu enge Ausfahrt, zu kleine Umkleiden: „Das vorhandene Gebäude entspricht bei Weitem nicht mehr dem Stand der Technik“, machte Gutachter Jochen Siepe vom Unternehmen Lülf & Rinke aus Kaarst unmissverständlich deutlich und betonte zugleich: „Ein Neubau erscheint gerechtfertigt.“

 

Politik und Verwaltung sehen sich angesichts dieses Untersuchungsergebnisses vor einem nicht unerheblichen Problem. Denn die Messung der Anfahrzeiten ergab, dass der – flächenmäßig begrenzte – Standort des derzeitigen Feuerwehr-Gerätehauses eigentlich optimal ist. Eine deutliche Verlegung würde automatisch dazu führen, dass einige Bereiche von Bad Iburg im Einsatzfall nicht mehr in der empfohlenen Zeit zu erreichen wären.

 

Zwar gibt es zumindest in Niedersachsen dafür bislang weder gesetzliche Regelungen noch offizielle Empfehlungen. Auch ist für die Kommunen die Aufstellung eines Brandschutzbedarfsplanes derzeit nicht vorgeschrieben. Der Bad Iburger Rat entschied sich dennoch dafür, für die Sicherheit seiner Bürger ein solches Instrument zu etablieren. Das ausführende Büro legte bei seinen Untersuchungen die Empfehlungen des Landes Baden-Württemberg zugrunde.

 

Durchschnittlich innerhalb von vier Minuten geht demnach bei einem Brand der Alarm in der Zentrale ein. Zehn Minuten nach der Alarmierung sollten die ersten Einsatzkräfte vor Ort sein, weitere fünf Minuten später der zweite Trupp. Mit Ausnahme von einigen Teilbereichen in Sentrup, die deshalb von der Feuerwehr Hilter mit abgedeckt werden, wird dieses Ziel derzeit in allen Teilen Bad Iburgs erreicht. Ermöglicht wird die positive Bilanz durch die Aufteilung auf zwei Standorte.

 

 

Ein Haus nicht sinnvoll:

 

Zur fristgerechten Abdeckung des gesamten Stadtgebietes sei die Alternative eines zusammengelegten Standortes deshalb nicht sinnvoll, erklärte Siepe. Grundlegende Maßnahmen am Gerätehaus in Bad Iburg – und das möglichst am selben Standort oder in unmittelbarer Nähe – sind für den Sicherheitsfachmann damit ebenso unvermeidlich wie kleinere Arbeiten am Gerätehaus in Glane. Zehn Minuten vom Alarm bis zum ersten Eintreffen am Einsatzort: Um dieses Ziel zu halten, reicht ein modernes Feuerwehr-Gerätehaus allein allerdings nicht aus. Es braucht auch die nötigen Einsatzkräfte.

 

Für die beiden Wehren erweist sich dabei ein Trend als problematisch, der das gesamte Stadtgebiet betrifft. Denn Bad Iburg verzeichnet eine Auspendlerquote von 80 Prozent. Zwar ist diese Quote bei den Ehrenamtlichen der Feuerwehr etwas niedriger. Dennoch liegt aufgrund auswärtiger Arbeitsplätze die Zahl der Einsatzkräfte, die für ihren ehrenamtlichen Dienst innerhalb von zehn Minuten am Einsatzort sein können, gerade einmal bei 43 Prozent aller Aktiven.

 

Ein Patentrezept, um dieses Problem zu lösen, hatte der Fachmann nicht in der Tasche. Der Politik und der Verwaltung riet er jedoch, die beiden Wehren in allen Belangen so gut wie möglich und vor allem unbürokratisch zu unterstützen.

 

Die erste Konsequenz zog der Ausschuss wenig später in seinen Haushaltsberatungen: Noch für das laufende Jahr werden 50000 Euro für das Gerätehaus in Bad Iburg fest in den Haushalt eingestellt.

 

Neue Osnabrücker Zeitung vom 06.02.2014