Gemeinsame Einsatzübung der Stadtfeuerwehr Bramsche und der Kreisfeuerwehrbereitschaft Umweltschutz

 

Mehr als 220 Einsatzkräfte aus dem gesamten Landkreis Osnabrück waren am Samstag an einer Großübung von Feuerwehr und Rettungsdienste auf dem Remondis-Betriebsgelände in Bramsche-Achmer beteiligt.

Nach dem Übungsdrehbach war es nach einer Zwischenfall war es am frühen morgen im Umgang mit gefährlichen Stoffen zu einem Gasaustritt und zur Bildung von nitroser Gasen gekommen. Dabei handelt es sich um ein Gemisch aus Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid, das durch eine Reaktion von Salpetersäure mit organischen Stoffen oder Metallen entstehen kann und hochgiftig ist. Zwei Mitarbeiter wurden vermisst.

Nach der Notfallmeldung wurden von der Rettungsleitstelle um 8.50 Uhr zunächst die Ortswehren Achmer, Bramsche-Mitte und Pente sowie der Malteser Rettungsdienst alarmiert. Parallel dazu wurde die Feuerwehrbereitschaft Umweltschutz der Kreisfeuerwehr in Marsch gesetzt. Die Feuerwehrbereitschaft Umweltschutz ist eine überregionale Einheit auf Landkreisebene, in der Fachkräfte aus einzelnen Feuerwehren des gesamten Landkreises zusammengefasst sind, um bei Umweltunfällen die erforderliche Hilfe leisten zu können. Nach der ersten Lageerkundung durch die Kameraden der Ortsfeuerwehr Achmer wurden zunächst die verletzten Mitarbeiter gerettet und anschließend dem Rettungsdienst zur weiteren medizinischen Versorgung übergeben. Im Verlauf der Übung hatten die Einsatzkräfte dann eine ganze Fülle von Aufgaben zu bewältigen. So musste aus einer Werkshalle Lauge abgepumpt und die Gasbehälter geborgen. Im Umfeld sollte mit Wasser das ausgetretene Gas niedergeschlagen werden. Es waren auch Fahrzeuge des Fachbereichs "Messen und Spüren" im Bramscher Stadtgebiet unterwegs, um die Bedrohung der Bevölkerung zu beurteilen. Durch Südwest-Wind sollten sich die Gase - natürlich alles nur laut Vorgabe der Übungsaufgaben - auch dorthin ausgebreitet haben. Auch wurden am Bühner Bach Schadstoffmessungen vorgenommen. In das kleine Gewässer, das in die Hase fließt, sollten gefährliche Stoffe eingeflossen sein. Auf dem Werksgelände kam es derweil zu weiteren Zwischenfällen. So kam es zu einem Ausgasen von Ameisensäuretanks, zudem wurden durch das missglückte Rangieren eines Einsatzfahrzeuges Abfälle umgekippt. Alle sich stellenden Aufgaben wurden durch die eingesetzten Kräfte routiniert und professionell abgearbeitet. Einsatzleiter Stadtbrandmeister Amin Schnieder zeigte sich nach dem Übungsende, dass er nach rund drei Stunden um kurz nach zwölf verkündete sehr zufrieden. Auch Kreisbrandmeister Cornelis van de Water lobte die gute Zusammenarbeit der Kräfte: "Für die Feuerwehren war es nicht nur wichtig, die gestellten Aufgaben zu erledigen, sondern auch die Koordinierung der verschiedenen Züge zu trainieren, da Einsätze dieser Größenordnung ansonsten eher selten sind". Stärken und Schwächen sollen deshalb in den nächsten Wochen in einer Nachbesprechung zwischen den Führungskräften der verschiedenen Einheiten aufgearbeitet werden. Auch die Firma Remondis wird über die Erkenntnisse der Übung informiert, um die gewonnen Erkenntnisse bei der Aufstellung ihrer Gefahrenabwehrpläne berücksichtigen zu können.

Text und Fotos: Kreisfeuerwehr Osnabrück