Feuerwehr Glane verbessert Schlauchmanagement

Jährlich findet in der Freiwilligen Feuerwehr Glane neben vielen praktischen Atemschutzübungen auch eine theoretische Unterweisung, an der jeder Kamerad teilnimmt, durch den Atemschutzgerätewart Dennis Hinrichs statt. Im November 2013 wurde in dieser Unterweisung verstärkt auf das Thema „Schlauchmanagement“ eingegangen. Verschiedene Möglichkeiten, die Schlauchleitung in höher liegende Etagen zu verlegen, wurden auf eine Leinwand projiziert und erklärt. Dennis Hinrichs erklärte die Schlauchtragekörbe (STK) und erwähnte die Vorteile dieser Hilfsmittel. Für viele waren die STK nichts neues, da diese schon seit einigen Jahren in der Glaner Wehr eingesetzt werden. Eine Neuigkeit konnte der Atemschutzgerätewart jedoch vorstellen: Schlauchpakete.

 

 

Das Schlauchpaket ist eine vorgefertigte Schlauchreserve und besteht aus:

 - einem Absperrorgan

 - einem genormten 15 m C52 Schlauch

 - einem Hohlstrahlrohr

 - mehreren Fixierungen

Diese werden bereits in einigen umliegenden Feuerwehren getestet oder sogar schon bei Gebäudebranden eingesetzt. „Allein das ist es Wert, es selber einmal auszuprobieren“ war Dennis Hinrichs der Meinung und lies sich mit dem ersten Prototypen des Schlauchpakets und dessen Verhalten filmen und zeigte auch diesen Kurzfilm in seiner Unterweisung den Kameraden. Großes Staunen war zu beobachten. Nach weiteren selbst durchgeführten Tests mit diesem System stand dann am 6. Mai 2014 als praktische Übung das Thema „Schlauchmanagement“ auf dem Dienstplan. Hierzu sind die Kameraden der Glaner Feuerwehr auf den Dörenberg zum Herrmansturm gefahren.

Dennis Hinrichs zeigte seinen Kameraden an dem Aussichtsturm, wie der Umgang mit den Schläuchen im Treppenhaus nicht nur schneller, sondern auch sicherer sein kann und simulierten an diesem einen Brand im 2. OG.

Es wurde der Schnellangriffsverteiler vom LF 10/6 eine B-Länge vom Fahrzeug entfernt gesetzt. Ab hier kamen die Schlauchtragekörbe zum Einsatz. Während der Trupp über die Treppe nach oben stieg liefen die C-Schläuche automatisch aus den Tragekörben, sodass der Trupp sich nicht unnötig mit dem Verlegen der Schläuche aufhalten musste. An der entsprechenden Etage und der gadachten Wohnungstür angekommen, wurde der Schlauch aus dem Tragekorb entnommen, mit einem Schlauchhalter am Treppengeländer fixiert und an das Absperrorgan des Schlauchpakets angeschlossen. Sobald der Angriffstrupp „Wasser marsch“ forderte, füllten sich die Schläuche im Treppenhaus. Am Absperrhahn konnte der Trupp selbst die vorgefertigte Schlauchreserve mit Wasser füllen. Der anliegende Druck auf der Angriffsleitung hat sofort, die bei den Prototypen verwendeten Kabelbinder, zum öffnen gebracht. Nach und nach füllte sich die Reserve und es entstanden spiralförmige Kreise, die auch als Loops bezeichnet werden. Vorteile dieser Loops bestehen darin, dass sie wesentlich platzsparender sind, aufrecht an die Wand gestellt werden können und somit die Laufwege freigehalten werden.

Das bisherige Legen einer Schlauchreserve aus dem STK ist zeitintensiv, kompliziert und es entwickelten sich ein „Schlauchsalat“, sowie Stolperfallen. Auffällig war, dass das Handling mit den vorgefertigten Schlauchpaketen selbst in einem engen Treppenhaus deutlich einfacher und schneller zu realisieren war und sogar Flucht- und Rettungswege nicht unnötig blockiert wurden.

Nach den Übungen gab es eine Nachbesprechung, in der alle Kameraden positiv von ihren ersten Erfahrungen mit den Schlauchpaketen berichteten: „einfach zu benutzen, handlich, kein Hängenbleiben, keine Knoten und das bereits angeschlossene Hohlstrahlrohr kann auch nicht vergessen werden“ hieß es.

In Zukunft wird die Glaner Feuerwehr häufiger mit diesem System trainieren und ein fertiges Schlauchpaket auf das Löschgruppenfahrzeug zu den Schlauchtragekörben packen.