Großflächige Unwetterlage mit über 100 Einsätzen Gemeinsame Übung von Stab TEL, IUK-Gruppe, Rettungsleitstelle und drei Gemeindefeuerwehren

Frank Hengelbrock der Feuerwehr Glane unterstützte die Abschnittsführungsstelle in Bad Rothenfelde

Großflächige Unwetterlagen haben in den vergangen Jahren vielfach die Feuerwehren gefordert. Dies war der Anlass, einmal eine Unwetterlage zum Gegenstand der Übung des Stabes Technische Einsatzleitung der Kreisfeuerwehr Osnabrück zu machen. Mit dabei auch die IUK-Gruppe, die Rettungsleitstelle und drei sogenannte Abschnittsführungsstellen in den Feuerwehrhäusern Bad Rothenfelde, Hilter und Glandorf.

Eine besondere Herausforderung gab es für die Mitglieder des Stabes. Die neue Softwareversion des eingesetzten EDV-Programmes war erst in der vergangenen Woche installiert worden und so wurden die Akteure neben den eigentlichen Einsatzaufgaben auch mit einer neuen Benutzeroberfläche konfrontiert. So war es auch nicht verwunderlich, dass es an der ein oder anderen Stelle hakte. Im Ergebnis zeigten sich alle Übungsteilnehmer bei der abschließenden Übungsbesprechung aber recht zufrieden. Insgesamt wurden über 100 Einsätze abgearbeitet.

Dabei wurde folgende Lage angenommen: Sintflutartige Regenfälle, Blitzeinschläge und Sturmböen forderten am Samstagmorgen die Feuerwehren im südlichen Landkreis Osnabrück. Am stärksten betroffen waren die Gemeinden Bad Rothenfelde, Hilter und Glandorf. Ab 9 Uhr standen die Telefone in der Rettungsleitstelle am Kreishaus nicht mehr still. Umgestürzte Bäume, abgeknickte Äste, beschädigte Stromleitungen, vollgelaufene Keller, verletzte Menschen und Tiere, laufend kamen neue Notrufe dazu. Aufgrund der Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes hatte Kreisbrandmeister Cornelis van de Water bereits frühzeitig den Stab Technische Einsatzleitung zum Kreishaus alarmiert, um die Rettungsleitstelle zu unterstützen und die Fülle der Einsätze zu koordinieren. In den Feuerwehrhäusern Bad Rothenfelde, Glandorf und Hilter wurden sogenannte Abschnittsführungsstellen eingerichtet. Dort wurden die Einsätze gesammelt und dann jeweils die einzelnen Einheiten den verschiedenen Aufgaben und Notfällen zugeordnet.

Bei einem derartigen Unwetter kommen die örtlichen Feuerwehren schnell an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Deshalb bedarf es einer zentralen Koordination, um zur Unterstützung weitere Einheiten aus nicht betroffenen Bereichen des Landkreises oder auch aus Nachbarkreisen einzusetzen. Oberstes Ziel dabei ist es, die vorhandenen Einheitskräfte effektiv einzusetzen und zugleich die Grundversorgung für weitere Notfälle sicherzustellen. Denn ein vollgelaufene Keller muss hinter einem Feuer oder einer akuten Notlage für Mensch oder Tier zurückstehen.

Bis 12.00 Uhr wurden in Leitstelle insgesamt 104 Einsätze gezählt. Dabei gab es mehrere Einsatzschwerpunkte. In Glandorf war aufgrund einer durchtrennten Stromleitung ein Mastschweinestall mit 3500 Tieren ohne Strom. In einem Altenheim in Bad Rothenfelde lief ein Fahrstuhlschacht voll mit Wasser und auf einem Campingplatz waren durch umstürzende Bäume sieben Urlauber verletzt worden. Die Leitstelle löste MANV2-Alarm aus. Sofort wurden mehrere Rettungswagen und Notärzte in Bewegung gesetzt, um den Verletzten zu helfen. In Hilter wurde ein Zeltplatz überflutet. 60 Kinder standen bis zu den Knien im Wasser. Sie wurden von der Feuerwehr und eine SEG des Deutschen Roten Kreuzes evakuiert.

Zur Unterstützung der örtlichen Einsatzkräfte wurden verschiedene Fachzüge der Kreisfeuerwehrbereitschaft Nord und der Technischen Einheiten Bahn der Kreisfeuerwehr eingesetzt. Zudem unterstützten in Glandorf Kräfte aus Nordrhein-Westfalen die heimische Feuerwehr. Dort hatte ein Blitzeinschlag ein Feuer in der Kirche entfacht. Meterhoch loderten die Flammen aus dem Kirchendach. Zudem kam es zu einem kompletten Stromausfall im Ortskern Glandorf.

In Hilter blockierte ein umgestürzter Baum die Strecke der Nord-West-Bahn. Unter den 35 Fahrgästen auch ein Rollstuhlfahrer und eine schwangere Frau, die mit Hilfe eines Aufgleismoduls zur nächsten Straße transportiert werden mussten. Von dort wurden sie mit einem Bus zum nächsten Bahnhof gebracht.

Gegen 12.30 Uhr entspannte sich die Lage dann und Abschnittsleiter Süd Matthias Röttger verkündete das Ende der Stabsübung. In der abschließenden Übungsnachbesprechung, zu der auch die Verantwortlichen aus den Abschnittsführungsstellen ins Kreishaus kamen, wurden die gesammelten Erfahrungen ausgetauscht. Dabei wurde neben kleineren Kommunikationsproblemen auch deutlich, dass für die Flut der Informationen und Meldungen, die bei derartigen Großschadenslagen verarbeitet werden müssen, auch eine entsprechende Menge an Personal zur Verfügung stehen muss.

 

Text und Fotos: Kreisfeuerwehr Osnabrück


Die Rettungsleitstelle zählte bis 12:00 Uhr 102 Einsätze


Die IUK Gruppe mit dem ELW unterstützte bei der Nachrichtenübermittlung