Wärmebildkamera für die Stadtfeuerwehr Bad Iburg

Nur zehn Sekunden muss Daniel Picker auf einem Stuhl gesessen haben, schon ist das mit der Wärmebildkamera zu erkennen


Klein, aber unentbehrlich ist die neue Wärmebildkamera, die Annette Niermann von Andreas Kemper (links) entgegennahm und gleich an Stadtbrandmeister Stephan Pax weiterreichen konnte.

„Der Trend geht zur Zweitkamera“, sagte Bad Iburgs Stadtbrandmeister Stephan Pax. In der Tat haben die Nachbarwehren aus Hilter, Hagen oder Georgsmarienhütte eine oder teils mehrere. Eine erste Wärmebildkamera für rund 10000 Euro hat am Donnerstag der Vorsitzendes des Förderkreises Freiwillige Feuerwehr Glane, Andreas Kemper, auch an die Stadtfeuerwehr im Feuerwehrhaus Glane überreicht. Bei der Ortsfeuerwehr Glane wird das Gerät stationiert sein. Bürgermeisterin Annette Niermann zeigte sich hoch erfreut und konnte die handliche Hightech gleich an den Stadtbrandmeister weiterreichen.

Geschenk für Sicherheit

„Ohne die Gönner und Förderer stünden wir hier nicht mit dem Gerät“, sagte Kemper. 25 Firmen aus den Bad Iburger Ortsteilen und die Theatergruppe des Heimatvereins Glane haben zwei Drittel der Kosten finanziert, ein Drittel steuerte der Förderkreis aus Oster-Haussammlung und Osterfeuer-Erlös bei. Glanes Ortsbrandmeister Andreas Kemper und sein Stellvertreter Markus Große-Albers machten mit den Sponsoren als Vorsitzender und Stellvertreter des Förderkreises der eigenen Mannschaft und damit der Stadt-Sicherheit ein Geschenk. „Eine Wärmebildkamera ist wichtig für den Erstangriff und vielfältig einsetzbar“, erklärte Kemper. „Bei der Brandbekämpfung, für die Personensuche außen und in Gebäuden. Wir können damit bis zu 45 Minuten nach Verkehrsunfällen noch feststellen, wie viele Personen in einem Auto gesessen haben.“ Denn die hinterlassen „Wärmeabdrücke“. Das sei wichtig, weil Insassen teils im Schockzustand Unfallorte verließen oder Personen hinausgeschleudert würden. In Rauch oder Dunkelheit könnten Personen besser ausfindig gemacht werden – auch durch Wände hindurch: „Wir müssen weniger kaputt schlagen. Wir können damit Schwelbrände schnell aufspüren.“ Zudem lasse sich mit dem Helfer der Flüssigkeitsstand etwa in Gefahrgutbehältern erkennen.

Gerät wird in Glane platziert

Das Gerät wird im Löschgruppenfahrzeug LF 10/6 der Freiwilligen Feuerwehr Glane platziert, „weil dort die Atemschutzträger mitfahren“, erläuterte Pax. „Die gehen damit in den Brandrauch und können ihn wesentlich schneller absuchen. Wenn mit der Kamera nur ein Menschenleben gerettet wird, hat sie sich schon bezahlt gemacht.“ Tagsüber würden, um in ausreichender Mannschaftsstärke innerhalb von 15 Minuten am Einsatzort zu sein, die auf Gefahrgut spezialisierte Ortswehr Glane und die auf Menschenrettung spezialisierte Ortswehr Bad Iburg immer gemeinsam alarmiert. Der Umgang und das richtige Lesen des Wärmebildes wollen geübt sein, eine Schulung mit dem Gerätehersteller folge noch, erklärten die Gruppenführer Lars Uhrberg und Daniel Picker, die das Gerät vorführten. Uhrberg: „Auf spiegelnden Flächen wie Fensterscheiben sehe ich beispielsweise auch meine eigene Strahlungswärme“ – statt einer fremden, gesuchten Person.

Finanzielle Entlastung der Stadt

Bei der Übergabe, zu der Kemper auch den kommissarischen Ordnungsamtsleiter Ulrich Ortmeier und den Vorsitzenden des Feuerwehrausschusses Hubertus Kleine-Hartlage begrüßte, erinnerte sich Bürgermeisterin Niermann an scheinbar nicht gezündete Grillkohle, ins Gartenhaus zurückgestellt, die schon schwelte. „Das hätten wir mit dieser Kamera sehen können.“ Der Nachbar hatte die Feuerwehr alarmiert, das Hüttendach brannte schon. Ein „ganz großes Dankeschön“ richtete Niermann an Förderkreis, Feuerwehr und Sponsoren für die geleistete Arbeit und die finanzielle Entlastung der Stadt.